Praktikum Grundschule

Praktikum in der Schule

Das solltest du dir merken

Die Praktika während des Studium bieten eine der wenigen Praxiserfahrungen für Studenten. Hier kannst du hospitieren und kleine Einheiten oder Unterrichtstunden halten. Während eines Praktikums kannst du viel von anderen Lehrkräften und Studierenden lernen. Gerade deshalb ist es wichtig, bestimmte Aspekte des Unterrichts anderer Personen genauer zu betrachten. Vieles davon kannst du dir nämlich für deine eigene Lehrtätigkeit merken.

Aus diesem Grund haben wir dir hier eine Liste mit Aspekten zusammengestellt, auf die du den Fokus beim Hospitieren legen solltest. Damit du diese Punkte besser mitschreiben kannst, gibt es eine blanko Vorlage für deine Mitschriften hier zum downloaden.

Unterrichtsverlauf

Der Unterrichtsverlauf ist einer der wichtigsten Punkte, die man sich in einer Hospitation mitschreiben sollte. Gerade als Anfänger steht man bei der Erstellung von Unterrichtsstunden immer wieder vor der Frage „Wie ist so eine Stunde eigentlich aufgebaut?“ und „Welche Phase kommt wann?“.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlich aufgebauter Stunden, denn bereits die Stunden der jeweiligen Fächer beinhalten verschiedene Phasen. Zudem sind Einführungs- und Übungsstunden anders aufgebaut. Auch offener und geschlossener Unterricht unterscheidet sich in der Reihenfolge der Phasen.

Damit du für deinen Unterricht Ideen und Inspirationen bekommst, wie eine Unterrichtsstunde aufgebaut sein kann, solltest du dir den Aufbau in der Hospitation genau ansehen und skizzenhaft mitschreiben.

Über einige Phasen einer Unterrichtsstunde stolperst du in deinem Studium immer wieder, denn darüber wird viel diskutiert. Vor allem der Stundeneinstieg und das Stellen einer Fokusfrage zählen zu solchen Diskussionsthemen. Diese und weitere Aspekte haben wir als Fragen zusammengefasst, die du in deiner Hospitation beantworten kannst:

  • Wie ist der Stundeneinstieg gestaltet?
  • Wann und wie wird Vorwissen abgefragt?
  • Gibt es eine Fokusfrage? Wie wird sie den Kindern gestellt?
  • Wann wird die Fokusfrage gestellt/wird das Thema bekannt gegeben?
  • Welche Fragen stellt die Lehrkraft? (W-Fragen: Wie…?, Warum..? usw. oder erkennst du eine andere Art Fragen zu stellen?)
  • Wie sieht die Sicherungsphase aus?
  • Gibt es eine Reflexion? Was wird dabei gefragt?

Materialien

Natürlich lohnt es sich, einen Blick auf die verwendeten Materialien zu werfen. Von der Lehrkraft selbst erstellte Materialien und Arbeitsblätter stehen hier besonders im Fokus, denn hier stellt sich die Frage: „Warum hat die Lehrkraft diese Materialien selbst erstellt?“. Wenn du diese Frage deiner Lehrkraft stellst, kannst du besonders viel lernen. Für Grundschulklassen gibt es so viel Material in Büchern, Lehrwerken oder dem Internet, dass Lehrkräfte nicht zwingend auf die Erstellung neuen Materials angewiesen sind. Also hat die Verwendung eigenen Unterrichtsmaterials einen Grund, der meist mit kritischem Denken verbunden ist.

Die Lehrkraft hat also Lernmaterial kritisch hinterfragt und aufgrund pädagogischer Gründe eigenes Material erstellt, dass z.B. besser auf die eigene Klasse angepasst ist oder ein Thema anders behandelt. Gerade dieses kritische Hinterfragen und Reflektieren ist es, was eine gute Lehrkraft ausmacht. Sprich das Thema also ruhig an!

Neben unserem Blog gibt es auch weitere Grundschulblogs, die Unterrichtmaterial kostenlos oder gegen Geld zur Verfügung stellen. Um Inspirationen für gute Blogs zu erhalten, solltest du auch immer deine Lehrkraft fragen, denn mittlerweile findest du Materialien oder Bilder solcher Blogs in fast jedem Klassenzimmer.

Außerdem solltest du einen Blick in die Hefte der Kinder werfen, denn interessant ist es auch, wie Hefteinträge aussehen können. Wie sind diese aufgebaut und welche Informationen enthalten sie? Spätestens, wenn du selbst einen Hefteintrag planst bist du froh, dass du bereits Anregungen aufgeschrieben hast.

Rhythmisierung

Eine gute Unterrichtsstunde in der Grundschule enthält immer mehrere Sozialformen und oft sogar kleine Bewegungspausen. Gerade die Kinder in den unteren Jahrgangsstufen können sich nicht lange konzentrieren und brauchen daher oft Pausen.

Achte also darauf, wann Pause eingebaut sind und wie diese gestaltet werden. Sind diese in den Unterricht eingebaut (zum Beispiel bei der Gruppenfindung, wenn die Kinder durch den Klassenraum gehen sollen) oder sind sie offensichtlich (zum Beispiel das Abspielen und Mittanzen eines Bewegungslieds).

Zudem solltest du den Wechsel der Sozialformen beziehungsweise unterschiedlicher Unterrichtsphasen (z.B. Sicherung und Reflexion) genauer betrachten. Auch hier gibt es nämlich viele Gestaltungsmöglichkeiten, von denen du dich inspirieren lassen kannst.

Zuletzt kannst du Rituale mitschreiben, die über den Schultag hinweg eingebettet sind. Rituale helfen vor allem unruhigen und unsicheren Kindern sich zu orientieren und im Schultag Halt zu finden. Bei Ritualen wissen die Kinder, was zu tun ist und das gibt Sicherheit. Rituale sind beispielsweise die morgendliche Begrüßung oder der Wochenanfang. Auch das Stundenende oder bestimmte Ereignisse können ritualisiert sein.

Gerade für die Reflexion gibt es viele Rituale, zum Beispiel das Bereitlegen der immer gleichen Gegenstände, die zur Reflexion bestimmter, damit assoziierter Aspekte anregen sollen.

Umgang mit Unterrichtsstörungen

Unterrichtsstörungen, ob beabsichtigt oder nicht, begleiten uns täglich im Klassenzimmer und bringen Anfänger*innen schnell mal aus der Ruhe. Lehrkräfte müssen oft spontan auf Störungen reagieren. Das Problem dabei ist, das es unerfahrene Lehrer*innen an bereits bewährten Mittel und Methoden für den Umgang mit Störungen mangelt.

Doch diese Methoden kannst du dir bereits im Praktikum abschauen und möglicherweise sogar direkt ausprobieren. Schreibe also genau mit welche Art von Störung es war (Reinrufen, Streit o.ä.) und wie die Lehrkraft reagiert hat.

Beobachte auch Maßnahmen der Prävention solcher Störungen. Diese kannst du manchmal nicht auf den ersten Blick sehen, also nutze die Gelegenheit und Frage deine Lehrkraft danach.

Ein Tipp: Bereits dein Auftreten und deine Haltung hat Auswirkungen auf die Kinder, denn sie merken deine Unsicherheit. Für mehr Selbstbewusstsein im Klassenzimmer hilft es unheimlich, sich vor der Stunde Gedanken über Reaktionen und Maßnahmen bei Störungen zu machen. Bereite dich also darauf vor!

Besonderheiten / Auffälligkeiten

Dieser Aspekt lässt dir alle Freiheiten für Beobachtungen. Was ist dir in der Stunde positiv oder negativ aufgefallen? Gibt es etwas, dass du unbedingt selbst einmal umsetzen oder eben definitiv nicht nachmachen willst?

Lehrkräfte sind auch nur Menschen und damit nicht fehlerfrei. Du hast in Hospitationen die komfortable Position den Unterricht, die Lehrkraft und die Schüler gleichermaßen im Blick zu haben. Somit können auch negative Aspekte der Unterrichtsstunde oder im Verhalten der Lehrkraft auffallen. Aber das ist super, denn auch aus Fehler der Anderen lernt man!

Download Vorlage

Hier findest du nun die blanko Vorlagen für deine Mitschrift. Bewahre sie gut auf, denn spätestens im Referendariat bist du froh um jede Unterrichtsidee und Inspiration!

Viel Spaß im Praktikum! Lass dich inspirieren!

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